29.04.2011
Nach einem gemütlichen Frühstück, machten wir uns auf für eine Stadttour mit Pauline, in dem immer noch kleinen und ungemütlichen Bus.
Zuerst besuchten wir die kleine, gemütliche und familiäre Rama-Synagoge. Innendrin war alles sehr alt, und als wir uns setzten, knirschten die Sitzbänke. Bei der Synagoge fanden wir dann auch einen Friedhof, was im jüdischen Glauben eigentlich ziemlich außergewöhnlich ist, weil ein Gebetshaus nicht neben einem Friedhof stehen kann. Dieses Missverständnis löste Pauline schnell auf, als sie uns erzählte, dass der Friedhof zuerst dagestanden hat und die Synagoge erst im Nachhinein erbaut wurde. Auch beeindruckte uns die Mauer vom Friedhof, die aus Grabsteinstücken erbaut worden war, um somit die Synagoge zu schützen. Nach einem kleinen Einkauf am kleinen jüdischen Stand genau neben der Rama-Synagoge, machte wir uns in, quer über den Platz, zu der Alten Synagoge auf, die heutzutage als ein Museum dient. Dort sahen wir viele Gemälde, Skulpturen und Originalgegenstände, die das Judentum in den vergangen Jahrhunderten beschrieben. Was uns vor allem sehr gefallen hat, war, dass es in dem Museum eine Torahrolle gibt, die noch nicht fertig geschrieben ist. Menschen aus verschiedenen Ländern schreiben dort nacheinander in verschiedenen Sprachen die jeweils darauf folgenden Abschnitte der Torah. Das Beste an dieser Aktivität war, dass wir das Gefühl hatten uns verewigt zu haben und, dass wir Teil der Museumsgeschichte wurden. Insgesamt machte das Museum einen sehr positiven Eindruck.
Mit guter Stimmung machten wir uns auf den Weg in die „Tempel“-Synagoge. Als wir diese betraten kippten wir aus den Latschen, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Besondere, was uns sofort in die Augen sprang, war die prunkvolle Verzierung an den Wänden, die wir sonst in Kirche gewöhnt sind. Die progressive Synagoge ist mit Gold verziert und besitzt eine Orgel. Auch wie bei den orthodoxen Gemeinden sieht man, dass die Frauen einen separaten Bereich, von den Männern, für sich im ersten Stock haben. Bei dem Soundcheck, den wir mit einem von Jehudits Songs machten, nahmen wir die wundervolle Akustik der Synagoge wahr.
Daraufhin machten wir uns auf den Weg in das ehemalige Krakauer Ghetto und besichtigten einige Plätze an denen auch Steven Spielberg einen seiner wohl bekanntesten Filme „Schindlers Liste“ drehte. Auf dem großen Platz, wo die Juden sich damals vor der Deportation melden mussten, bemerkten wir ein Monument, in Form von dunklen, mächtigen und ein bisschen furchteinflößenden Stühlen, die in unregelmäßigen Abständen standen. Diese symbolisieren die damalige Situation, das Warten und das Melden bei den Listenführern, die auf diesen Stühlen saßen. Sehr beeindruckend! Von diesem Platz aus bemerkten wir an einer Ecke die berühmte Pankevic-Apotheke, die eine große Rolle in der Zeit des Ghettos spielte. Das besondere an der Apotheke ist, dass diese zwei Eingänge hatte, der eine von der Seite des Ghettos, der andere von der Seite der restlichen Stadt. Pankevic verhalf so Juden das Ghettos zu verlassen, in dem sie in der Apotheke ihre Davidbinde abnahmen und somit heimlich sich hinter den Mauern bewegen konnten. Zudem versorgte der Apotheker die Juden mit Medikamenten bei zunehmender schlechterer Versorgung und Sanitätsmangel. Uns beeindruckte vor allem, dass Pankovic es für selbstverständlich hielt den Juden zu helfen und somit sich auch selbst Gefahr brachte. Ein Beispieleiner Person, die auch 1.100 Juden geholfen hat, war Oskar Schindler, dessen ehemalige Fabrik D.E.F., die wir als nächstes besuchen sollten wie wir zumindest dachten. Zwar war es dann im Endeffekt nicht die erwartete Fabrik, wie sie damals existierte, sondern ein ganzes Museum über Holocaust und die polnische Geschichte. Trotz unseres schon vorhandenen Wissens, beeindruckte uns die moderne Architektur der Räume und der detaillierte Aufbau der Ausstellung. Wir sind uns aber sicher, dass einige der Räume einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen haben, wie zum Beispiel, ein vollkommen weißer Raum, mit Zitaten in verschiedenen Sprachen zu der Verarbeitung des Holocaust.
Voll mit neugewonnenen Eindrücken bekamen wir eine freie Essenspause in der Stadt. Nach dieser machten wir uns sofort auf den Weg zurück ins Hostel, um die letzte Peula mit Pauline zu halten. Die Peula machte uns allen nochmal klar, dass wir unsere Eindrücke, die wir während des Aviv-Seminars gewonnen haben, auch nach unserer Rückkehr auf verschiedene Wegen weitergeben möchten, sowie dies auch viele Künstler musikalisch oder künstlerisch verarbeitet haben.
Schon jetzt vermissen wir Pauline sehr. Wir hätten uns keinen besseren Guide vorstellen. Sie hat einen wirklich guten Job gemacht, in dem sie auf ihre lustige Art und Weise unseren Horizont erweitert hat. Und uns diese schreckliche Thematik näherbrachte.
Nach der Verabschiedung bekamen wir ein wenig Freizeit zugesprochen, um uns auszuruhen, in die Stadt zu gehen und uns auf den Shabbat vorzubereiten. Diesen verbrachten wir zusammen mit Rabbinerin Tanja von der Beit Krakow Gemeinde. Die sympathische Gemeinde und deren offene Art gefiel uns allen. Vor allem der Gottesdienst, in dem wir der Gemeinde unsere Netzer-Melodien weitergeben durften. Nach einem guten vegetarischen Essen mit Falaffel und einer angeregten Unterhaltung mit den Gemeindemitgliedern machten wir uns zusammen auf den Weg ins Hostel. Nach dem täglichen Tagesgespräch und einer Peula mit Jehudit, ab ins Bettchen.
So, das war es, so geht auch dieser Tag zu Ende. Leila tov!!
Hanna, Anna
Feier mit uns Lag BaOmer in Hameln. Am 13. Mai um 14.00 Uhr.
Für alle zwischen 6 und 14 Jahren und Geschwister, Eltern und Großeltern.
Triff alte und neue Freunde und habe eine Menge Spaß.
Bitte melde Dich hier an: 0521/3043185
Liebe Kinder, Eltern, Familien, Familienmitglieder
und alle, die sich angesprochen fühlen,
wir laden Euch alle herzlich ein zum Familienwochenende und Mini-Machane zu Schawuot!
Wir werden die Tage von 25.-27. Mai in Unna verbringen, inklusive einer tollen Lernnacht zu Schawuot und Lagerfeuer und viel Spaß.
Gemeinsam werden wir Schabbat feiern, die Natur genießen und miteinander und voneinander lernen. Im Programm gibt es natürlich Aktivitäten wie Singen, Tanzen, Spiel und Spaß.
Liebe Chanichim, Madrichim und Netzer-Freunde,
ich wünsche Euch allen ein schönes Pessach-Fest.
Genießt die Ferientage und feiert schön mit Euren Familien.
Chag Sameach
Adrian
Macht Ihr gerade Euer Abi? Wisst Ihr schon, was Ihr danach macht?
Was haltet Ihr von einem Jahr in Israel? Es gibt ein geniales Programm von Netzer Olami, das wir Euch empfehlen wollen.