Es ist 20:00 Uhr, ich, und all meine Chanichim, sitzen in einem Gespräch mit Marsha, einer Mutter die ihren Sohn in einer Terror-Attacke in 2002 in Tel Aviv verloren hat, und sich entschieden hatte, seine Organe zu spenden. Mit offenen Ohren und Herzen hören wir zu wie Marsha sich fühlte als sie erfuhr, dass die Organe palästinensischen Kindern gespendet wurden. Also sitz ich dort, voller Respekt vor dieser Frau – und auf einmal – klingelt mein Handy. Es war eine SMS “Gilad Shalit wird befreit”! Ich habe geduldig gewartet, und am Ende des Gesprächs habe ich mich vor meine Chanichim gestellt, und zu ersten Mal seit langem, war ich sprachlos. Ich stand vor 70 großen Augen, und wusste nicht genau was ich sagen sollte, ich habe richtig gezittert!
Das ist nun schon eine Woche her, und HEUTE, wurde Gilad wirklich befreit. Ich wollte es lange nicht glauben, dass es wirklich passieren wird. Dass Gilad auf seinen eigenen zwei Füßen die Grenze übertreten wird. Die Straßen sind fast leer, alle sind vor den TV Bildschirmen, wie festgeklebt. Die wenigen die Draußen sind haben fast nur Gilads Namen auf den Lippen. Auf dem nach Hause heute Mittag, bin ich über den Shuk, der Markt in Jerusalem, gelaufen. Als ich an einem Kaffe vorbei gelaufen bin, gefüllt mit älteren Männern die Backgammon gespielt haben, hielt mich ein Mann an, hielt seine Hand hoch und sagte freudig “er kommt nach Hause!”.
Wenn ihr mich Fragt wie ich mich Heute fühle, kann ich es nicht in Worte fassen. Ich bin so froh. Mit Freudentränen die sich nur schwer zurück halten lassen. Mit der unendlichen Freude über der Freilassung kommen auch sehr schwäre Gefühle über die Freilassung von 1027 Terroristen, die alle lebenslängliche Strafen hier in Israel absitzen sollten.
Ich kann mich noch erinnern, wie in letztes Jahr zu dieser Zeit, eine Gilad Shalit Peula im Madrichim Seminar gehalten habe, und wie wir alle darüber gesprochen haben, was wir alles persönlich in den letzten 5 Jahren so erlebt haben. Jetzt muss Gilad in sein Leben zurück finden, und all das nachholen. Wie schwer sein Weg zurück zu Normalität sein wird, kann niemand von uns erahnen. Sicherlich nicht ich. Ich hoffe nur, dass er seinen Weg in die Freude finden kann, die wir ihm alle wünschen.
Grüße aus Jerusalem,
Jehudit
*Jehudit war unsere Netzer-Shlicha bis August 2011 *
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