Liebe Madrichim,
Kommenden Samstag, der 30.1.2010 ist Tu-Bishwat, das Neujahr der Bäume!
In Tu-Bishwat Danken wir der Umwelt für die wunderbaren Geschenke die sie uns gibt, und Freuen uns zusammen über die ersten Blüten des Frühlings (in Israel ist es ja weniger eisig als hier).
Für diesen sehr besonderen Feiertag möchte ich mit euch eine Geschichte teilen, womit jedes Kind in Israel aufwächst (keine Sorge, es ist nicht meine Übersetzung) –
Der freigebige Baum / S. Silverstein
Es war einmal ein Baum, der hatte einen kleinen Jungen sehr gern. Dieser kleine Junge kam jeden Tag, fing seine Blätter auf, machte sich Kronen daraus und lief als König der Wiesen herum.
Er kletterte am Stamm des Baumes hinauf und schaukelte auf seinen Ästen.
Er aß seine Äpfel und spielte mit ihm Verstecken.
Und wenn er müde war, schlief er in seinem Schatten. Der Junge liebte den Baum über alles.
Und der Baum war glücklich. Aber die Zeit verging und der Junge wurde älter.
Der Baum war jetzt oft allein. Eines Tages kam der Junge wieder, und der Baum sagte: „Los, Kleiner, klettere doch meinen Stamm hoch, schaukle auf meinen Ästen, iss meine Äpfel, spiel in meinem Schatten und freue dich.“
„Ich bin zu groß zum Klettern und Spielen“, sagte der Junge. „Ich möchte Sachen kaufen und es lustig haben. Ich brauche Geld. Hast du Geld für mich?“
„Tut mir leid“, sagte der Baum. „Geld hab‘ ich keins. Ich habe nur Blätter und Äpfel. Nimm meine Äpfel und verkauf sie in der Stadt. Dann kriegst du Geld und bist zufrieden.“
Da kletterte der Junge auf den Baum, schüttelte die Äpfel herunter und nahm sie mit.
Und der Baum war glücklich.
Dann blieb der Junge aber lange weg, und der Baum war traurig.
Eines Tage aber kam er wieder zurück, und der Baum schwankte vor Freude.
„Los, Kleiner“, sagte er, „klettere doch meinen Stamm hoch, schaukle in meinen Ästen und freue dich.“
„Ich hab‘ keine Zeit, auf Bäume zu klettern“; sagte der Junge. „Ich brauche ein Haus, wo’s warm ist“, sagte er, „ich möchte eine Frau und Kinder, und darum bauch‘ ich ein Haus.
Hast du ein Haus für mich?“ „Haus hab‘ ich keins“, sagte der Baum. „Die Wiese ist mein Haus.
Aber du kannst meine Äste abhauen und ein Haus bauen. Dann bist du bestimmt zufrieden.“
Da sägte der junge die Äste ab und nahm sie mit, um sich ein Haus zu bauen.
Und der Baum war glücklich. Aber nun blieb der Junge sehr lange weg.
Als er wieder kam, konnte der Baum kaum sprechen, so freute er sich. „Los, Kleiner“, flüsterte er, „komm und spiel mit mir.“ „ Ich bin zu alt zum Spielen“, sagte der Junge. „Ich will ein Schiff, mit dem ich weit wegfahren kann. Hast du ein Schiff für mich?“
„Nimm meinen Stamm und mach dir ein Schiff draus“, sagte der Baum. „Dann kannst du wegfahren und wirst zufrieden sein.“
Da schlug der Junge den Stamm ab, machte sich ein Schiff und fuhr davon.
Und der Baum war glücklich …fast glücklich.
Erst nach langer Zeit kam der Junge wieder zurück.
„Tut mir leid, Kleiner“, sagte der Baum, „jetzt kann ich dir nichts mehr geben. Meine Äpfel sind weg …“
„Meine Zähne sind zu schwach zum Äpfel beißen“, sagte der Junge.
„Meine Äste sind weg“, sagte der Baum, „du kannst nicht mehr darauf schaukeln …“
„Ich bin zu alt, um auf Ästen zu schaukeln“, sagte der Junge.
„Mein Stamm ist weg“, sagte der Baum, „du kannst nicht mehr hinaufklettern …“
„Ich bin zu schlapp zum Klettern“, sagte der Junge.
„Schade“, seufzte der Baum, „ich hätte dir gern noch etwas gegeben, aber ich habe nichts mehr. Ich bin nur ein alter Strunk. Wirklich schade.“
„Ich brauche nicht mehr viel“, sagte der Junge.
„Ich möchte nur noch sitzen und ruhen. Ich bin so müde.“
„Oh“, sagte der Baum und streckte sich etwas. „Ein Strunk ist gerade richtig
zum Sitzen und Ruhen. Komm, Kleiner, setz dich. Setz dich und ruh dich aus.“
Und das tat er, der alte Junge. Und der Baum war glücklich.
Für mich, ist dies eine seht inspirierende Geschichte und man kann sehr viel von ihr lernen.
Fühlt euch frei sie in euren Tu-Bishwat Peulot zu benutzen.
Für Mehr Info zu Tu-Bishwat:
http://www.hagalil.com/judentum/feiertage/baeume/index.htm
http://www.jafi.org.il/education/german/festivls/tubish/index.html
http://www.talmud.de/cms/Tu_BiSchewat.81.0.html
ich wünsche euch allen ein frohes Fest!
Eure Schlicha Jehudit
