Tikkun Olam

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(aus dem Netzer Book Book)

Wo alles anfing…

Am Anfang gab es Gott. Und außer Gott gab es nichts anderes. Gott wünschte sich jedoch die Welt zu erschaffen –  jedoch gab es keinen Platz für die Welt, denn überall war ja Gott. So begann Gott in sich selbst zu schrumpfen und dadurch entstand ein Hohlraum – ein Platz wo die Welt erschaffen werden konnte! Gott schickte Strahlen des heiligen Lichts in diesen Hohlraum. Dieses Licht wurde in zehn Gefäßen aufbewahrt. Jedoch war dieses Licht sehr stark und intensiv. Die Gefäße zersprangen unter dem Druck. Das heilige Licht flüchtete und verteilte sich in alle Ecken des Universums. So verschwand die ursprüngliche Einheit aus der Welt.
Von diesem Tag an versuchen die Menschen die Lichtstrahlen zu finden und zusammenzubringen – um die ursprüngliche Einheit wieder herzustellen – und Tikkun in die Welt zu bringen.
Bis zum heutigen Tage haben wir es immer noch nicht geschafft, alle Lichtstrahlen zu finden und zu verknüpfen. Die Aufgabe zu erfüllen wird immer dringender. Die Welt braucht mehr und mehr unsere Reparatur. Jetzt bist du dran. Du – ja alle von euch! – müssen ihren Teil dazu beitragen die verteilten Strahlen zu vereinen. Du musst es tun! Denn nur wenn wir es schaffen, alle Teile zu der ursprünglichen Einheit zu verbinden, wird auf der Welt Ordnung und Harmonie herrschen.

Diese Geschichte ist die kabbalistische Version, wie die Welt entstanden ist. Die Kabbalisten zeigten dadurch, wie sie unsere Rolle in dieser Welt sehen.

Wenn man die Ideologie von Netzer in einem Wort vereinen möchte, wäre dieses Wort ‚Tikkun’.

Wenn es einen Wert gibt, für den wir stehen, dann ist es auf jeden Fall die Verantwortung, die wir haben, die Welt zu verbessern. Oder um es vollständiger zu sagen Tikkun – die Welt unter der Herrschaft von Gott zu verbessern.

Es gibt 5 Arten von Tikun:

  1. Tikkun Atzmi – Sich selbst verbessern
  2. Tikkun Kehila – Unsere Gemeinschaften verbessern
  3. Tikkun Am –  Das jüdische Volk verbessern
  4. Tikkun Medina – Den jüdischen Staat verbessern
  5. Tikkun Olam – Die Welt verbessern

Vorsicht! Es ist sehr einfach zu vergessen, was „unter der Herrschaft von Gott“ bedeutet. Denn das ist wahrscheinlich das schwierigste an der ganzen Sache. Wir müssen verstehen, dass Tikkun sich nicht nur auf die materiellen und physischen Wünsche der Menschen bezieht, sondern auch auf das, was sie spirituell und emotional brauchen. Wir müssen offen gegenüber der Idee bleiben, dass wir das Ziel nirgendwo anders als in Gott und der Welt, die Gott uns gegeben hat, finden.

Um auf die Geschichte aus der Kabbala zurückzukommen, wenn wir etwas Gutes tun (Tikkun), helfen wir damit die göttlichen Strahlen zu finden und die ursprüngliche Harmonie wieder herzustellen. Wir gehen noch einen Schritt weiter. Erinnere dich daran, dass die ursprünglichen Gefäße nicht perfekt waren, sie konnten die Intensität nicht aushalten und zersprangen. Wir arbeiten darauf hin, dass nicht nur die Strahlen vereinigt, sondern auch die Gefäße gestützt werden. Anders gesagt, wir müssen auf eine Welt hinarbeiten, die nicht nur geordnet, friedvoll und harmonisch ist, sondern auch der Realität entspricht. Wie du siehst, keine leichte Aufgabe.
Und nun….

Du hast es gelesen – jetzt fängt der schwierige Teil an…

Denn lesen ist nicht genug.
Die Zeit ist gekommen,
um zu tun,
zu vollenden,
Ideen in Realität umzuwandeln –
kurz gesagt, um es wahr werden zu lassen.

In der zionistischen Ideologie, nennen wir es
HAGSCHAMA

Netzer ist ein Lebenskonzept.
Das bedeutet, dass es nicht nur ein Haufen Ideen sind.
Um all diesem eine Bedeutung zu geben, müssen diese Ideen Dein Tun, Deine Gewohnheiten und Dein Leben beeinflussen. Es bedeutet auch, dass es nicht etwas für eine kurze Zeit ist. Es ist eine Lebensideologie – für Dein ganzes Leben. Du bist niemals zu alt für diese Werte und Ziele, sie wachsen mit Dir.

Also – sammle Deine Kräfte, finde Freunde die mitmachen …

Und fange an TIKKUN OLAM zu machen :-)

Tikkun Olam in unserem Alltag

„ Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich? Solange ich aber nur für mich selber bin, was bin ich? Und: Wenn nicht jetzt, wann sonst? “

(Rabbi Hillel)

Tikkun Olam ist einer unserer wichtigsten Werte. Vergiss nie, dass es dabei vor allem darum geht, dass Du eine aktive Rolle dabei hast. Verliere Dein Ziel nie aus den Augen, schließlich hilfst Du mit, die Welt zu verbessern! Bedenke: Je mehr Leute mitmachen, desto mehr könnt ihr schaffen.

Ideen und Anregungen, wie man Menschen und der Welt helfen kann:

  • Altenheim bzw. Krankenhaus besuchen
  • Geldspenden sammeln
  • Essen spenden
  • sich politisch engagieren
  • Über Missstände informieren
  • Freiwillige Arbeit im Tierheim
  • Kinderheime besuchen
  • Flüchtlinge unterstützen
  • umweltfreundliches  Verhalten
  • Müllsammel-Aktion

Du kannst überall Gutes tun!

Kurze Checkliste für die Planung einer Tikkun Olam Aktivität:

  • Welchen der fünf Kreise des Tikkuns willst Du verbessern?
  • Was für ein Ziel hast Du?
  • Wo kannst Du die Aktion durchführen?
  • Welche Möglichkeiten hast Du? (Zeit, Geld, Kontakte)
  • Wie kannst Du die Möglichkeiten erweitern?
  • Gibt es Menschen mit denen Du dich vorher in Verbindung setzen musst?
  • Führst Du die Aktion allein oder in einer Gruppe durch?
  • Wer ist für was verantwortlich?
  • Wollt Ihr die Öffentlichkeit mit einbeziehen (Zeitung, Radio usw.)?
  • Wann soll die Aktion stattfinden?

Nach der Aktion solltest Du noch mal zurückschauen und Dir überlegen, ob Du Deine Ziele erreicht hast und was Du beim nächsten Mal vielleicht anders machen solltest.
Denke daran, dass Du an einem Tag nicht die Welt verändern kannst und die Dinge manchmal auch Zeit brauchen.

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